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Im Kollekturwald wächst der Wald von morgen

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Fünf Jahre nach dem Start des ökologischen Waldumbaus im Mannheimer Kollekturwald ist die Entwicklung deutlich sichtbar: Viele Flächen sind wieder grün, junge Bäume wachsen gut an und an ersten Stellen lässt sich bereits erahnen, wie der künftige Laubmischwald aussehen könnte. Gemeinsam mit der Landschaftsagentur Plus zieht die Stiftung Schönau eine positive Zwischenbilanz. 

Der 111 Hektar große Kollekturwald ist Teil des Käfertaler Waldes und gehört der Stiftung Schönau. Über Jahrzehnte prägten vor allem Kiefern das Waldbild. Trockenheit, Pilzbefall, ein deutlich gesunkener Grundwasserspiegel und weitere Folgen des Klimawandels setzten den Beständen jedoch zunehmend zu. Viele Kiefern kamen mit den veränderten Standortbedingungen nicht mehr zurecht und starben ab. 

Zusätzlich erschwerte die Spätblühende Traubenkirsche die natürliche Entwicklung des Waldes. Die aus Nordamerika stammende Baum- und Strauchart ist ein sogenannter Neophyt, der sich stark ausbreitet und heimische Baumarten verdrängt. Zu Beginn des Waldumbaus war deshalb ein wichtiger erster Schritt, die Spätblühende Traubenkirsche sowie weitere Neophyten zu entfernen, damit sich heimische Bäume und Sträucher in der unteren und mittleren Waldschicht entwickeln können. 

Schritt für Schritt zum klimastabilen Mischwald 

Seit 2021 wird der Kollekturwald abschnittsweise ökologisch umgebaut. Inzwischen sind rund 62 Hektar der vorgesehenen Flächen bearbeitet. Weil natürliche Samenbäume für die gewünschten Baumarten fehlen, wurden jährlich etwa 20.000 junge Bäume gepflanzt. Zum Einsatz kommen unter anderem die als besonders langlebig und standfest geltende Traubeneiche, Hainbuche, Sommer- und Winterlinde sowie weitere standorttypische Begleitbaumarten. 

Ziel ist ein strukturreicher Mischwald, der besser mit Hitze, Trockenperioden und veränderten Bodenverhältnissen zurechtkommt. Zugleich soll er Lebensraum für Tiere und Pflanzen und Erholungsraum für die Menschen in Mannheim bleiben. 

„Der Waldumbau war von Beginn an langfristig angelegt. Jetzt zeigt sich: Der lange Atem und die Geduld zahlen sich aus“, sagt Ingo Strugalla, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schönau. 

Pflege entscheidet über den Erfolg 

Mit der Pflanzung allein ist es nicht getan. Die jungen Bäume müssen über Jahre hinweg gepflegt werden. In Trockenperioden werden sie bei Bedarf gewässert. Begleitwuchs wird regelmäßig entfernt oder gemulcht, damit die Pflanzen ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe erhalten. 

Totholz, Mulchmaterial und Holzhackschnitzel helfen dabei, Feuchtigkeit im Boden zu halten, Humus aufzubauen und die Bodenqualität langfristig zu verbessern. Schutz vor Wildschäden bieten natürliche Wuchshüllen und Wuchshilfen aus Holz. Sie kommen ohne Kunststoff aus und werden von regionalen Betrieben der Lebenshilfe gefertigt. 

Habitatbäume, vorhandene heimische Bäume und weitere ökologisch wertvolle Strukturen bleiben erhalten. Die Arbeiten erfolgen bewusst abschnittsweise, um Eingriffe in den Naturraum und Beeinträchtigungen für Erholungssuchende möglichst gering zu halten. 

Der Kollekturwald zeigt, wie verantwortungsvolles Wirtschaften langfristig Wirkung entfaltet. Der Umbau steht für den Anspruch der Stiftung Schönau, Wald nicht nur zu nutzen, sondern ihn als Lebensraum, Klimafaktor und Erholungsraum für kommende Generationen zu bewahren. 

Frank Philipp und Umweltplaner Stephan Reff (Landschaftsagentur Plus) inspizieren die jungen Bäume

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