Nachhaltigkeit, Stiftung allgemein, Stiftungszweck, Vermietung

Bezahlbarer Wohnraum für Karlsruhe

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Der Siegerentwurf bietet eine hohe Ausnutzung des Grundstücks und damit eine zeitgemäße Antwort auf Fragen der Bodenpolitik und Wohnraumbedarf

Bezahlbarer Wohnraum für Karlsruhe:Stiftung Schönau plant den Bau von 44 Mietwohnungen

Die Stiftung Schönau will in der Karlsruher Waldstadt Wohnraum schaffen. Am Standort der Evangelischen Emmausgemeinde in der Insterburger Straße soll ein neues Wohngebäude entstehen. Am 9. Mai hat die Stiftung gemeinsam mit der pro ki ba als Projektsteuerer die interessierten Bürger der Waldstadt sowie die Presse über Details informiert. Vertreter des Architekturbüros stellten ihren Entwurf vor.
Im neuen Wohngebäude sollen 44 Wohnungen – 30 Prozent davon im preisgedämpften Segment – mit einer integrierten fünfgruppigen Kindertagesstätte entstehen. Mieterin der Kindertagesstätte wird die Evangelische Kirche in Karlsruhe sein. Auch bei diesem Bauprojekt setzt die Stiftung auf die nachhaltige Holzsystembauweise und will Holz aus dem eigenen Wald verwenden.
Um eine optimale Bebauung des Grundstücks im Kontext der Waldstadt und unter Einbeziehung aller Interessen zu erreichen, wurde im Vorfeld des Bauvorhabens eine Mehrfachbeauftragung ausgelobt. Der Neubau soll einen Mehrwert für das Quartier bringen. Neben der Schaffung von Kindergartenplätzen stehen familien- und altersgerechtes Wohnen sowie bezahlbarer Wohnraum im Fokus.

Holz – nachwachsender Rohstoff für nachhaltiges Bauen
Die Ausführung des Projekts in nachhaltiger Holzbauweise mit stiftungseigenem Holz fügt sich harmonisch in das Gesamtbild der Waldstadt ein. Holz als Baustoff gilt als besonders umwelt- und klimafreundlich. Zudem schafft der natürliche Baustoff Holz in den Innenräumen eine gesunde Wohlfühlatmosphäre und besticht zudem mit einem attraktiven äußeren Erscheinungsbild.
Als größte körperschaftliche Waldbesitzerin in Baden-Württemberg hat die Stiftung Schönau bei der Entwicklung des Vorhabens die Weichen sehr frühzeitig in Richtung eines Holzbaus gestellt. Die Mehrfachbeauftragung wurde für sieben Planungsteams ausgelobt, die sich jeweils aus einem Architekturbüro und einem Holzbauunternehmen zusammensetzten. Dem konkurrierenden Verfahren ging eine fast zweijährige Klärungsphase voraus, in der die Parameter des Wettbewerbs mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe und weiteren städtischen Behörden abgestimmt wurden.

Deutliche Mehrheit kürt Siegerentwurf
Ende März kürte die fachlich breit besetzte Jury unter Vorsitz des Heidelberger Architekten Armin Schäfer mit deutlicher Mehrheit den Entwurf von andOFFICE aus Stuttgart zum Gewinner des Verfahrens. „Der Entwurf für den neuen Stadtbaustein der Stiftung Schönau greift die bestehenden Elemente der Waldstadt auf und übersetzt sie in einen zeitgemäßen, verdichteten und durchmischten Baustein mit hoher Nutzungsqualität“, so die Entwurfsverfasser. Besonders angetan war die Jury von der „sehr klaren, rationalen Struktur, welche in diesem Fall erfreulicherweise nicht Gefahr läuft, eintönig und monoton zu wirken“, so das Juryprotokoll. Der Vorschlag von andOFFICE bietet eine hohe Ausnutzung des Grundstücks und damit eine zeitgemäße Antwort auf Fragen der Bodenpolitik und Wohnraumbedarf.

Nachhaltig und regional
Der Gewinnerentwurf projektiert den Bau von 44 Wohnungen auf 3.126 m² Wohnfläche, 30 Prozent davon im preisgedämpften Segment. Ein Teil der Wohnungen soll zudem barrierefrei und damit altersgerecht gebaut werden. Die integrierte Kindertagesstätte mit insgesamt 890 m² Nutzfläche bietet Platz für fünf Gruppen.
Eine weitere Besonderheit des Neubaus, der den KFW40-Standard erfüllen wird: Realisiert werden soll das Projekt in nachhaltiger Holzsystembauweise. Holz entzieht der Atmosphäre während seines Wachstums bereits erhebliche Mengen an CO2. Nach dem Bau bleibt das Klimagas noch viele weitere Jahrzehnte im Gebäude gespeichert. Der Systembau mit einer Vorfertigung der Holzmodule sichert eine außerordentlich kurze Bauzeit, so dass die Wohnungen zügig zur Verfügung stehen werden. Das Holz soll aus den stiftungseigenen Wäldern im Schwarzwald kommen, die Verarbeitung regional und auf kurzen Wegen erfolgen.

Die nächsten Schritte
Der Abriss des bestehenden Gemeindezentrums soll in Kürze beginnen. Nach Räumung des Areals plant die Stiftung Schönau gemeinsam mit andOFFICE eine weitere Infoveranstaltung mit konkreten Informationen zum Vorhaben sowie zum Thema Bauen mit Holz. Zusätzlich wird das Waldmobil der Stiftung Schönau vor Ort sein und Kindern und Jugendlichen Aktionen rund um das Thema Wald anbieten.
Die Bewohner der Karlsruher Waldstadt sind eingeladen, ihre Meinung zum geplanten Entwurf kundzutun. Mit diesen Anregungen wird weiter am Siegerentwurf gearbeitet.
Parallel dazu sollen die Gespräche mit der Stadt Karlsruhe fortgesetzt werden, da vor der Umsetzung des Vorhabens noch ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erarbeitet werden muss.

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