Nachhaltigkeit, Stiftungswald

Kollekturwald Mannheim

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Kollekturwald der Stiftung Schönau in Mannheim

Die Projektbeteiligten erläutern auf einem Pressetermin die Aufwertung des Mannheimer Kollekturwaldes. v.l.n.r.: Rudolf Krumm, Kundenbetreuer LA Plus, Frank Philipp, Abteilungsleiter Forst bei der Stiftung Schönau, Nicole Büsing, Geschäftsführerin LA Plus und Stephan Reff

Kollekturwald MannheimÖkologischer Umbau soll Kollekturwald
für den Klimawandel fit machen

Die Stiftung Schönau ist Eigentümerin des Kollekturwalds, eines rund 111 Hektar großen Teils des Käfertaler Walds am nordöstlichen Stadtrand von Mannheim. Das Waldbild ist durch ausgedehnte Kiefernbestände geprägt, die aber aufgrund des Klimawandels durch Trockenheit und Pilzbefall stark gefährdet sind. Ab 2021 wird der Kollekturwald im Auftrag der Stiftung deshalb von der Landschaftsagentur Plus GmbH (LA Plus) in mehreren Abschnitten umgebaut. Ziel ist es, den Kollekturwald auf Dauer zu erhalten, indem ein standortgerechter, klimastabiler und artenreicher Laubmischwald angesiedelt wird, der auf Dauer größere Mengen Kohlendioxid speichern und somit einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Mit ihrem Wald als Naherholungsgebiet bietet die Stiftung den Menschen in der Region Raum, sich bei einem Spaziergang zu erholen und neue Kraft zu schöpfen.

Bei einem Pressetermin vor Ort erläuterten Vertreter und Vertreterinnen der Stiftung Schönau sowie der Landschaftsagentur Plus und vom Stadtraumservice Mannheim das Anfang Oktober gestartete Projekt.

Klimastabilität fördern

„Die Aufwertung ist dringend notwendig, um die ökologische Leistungsfähigkeit und die Klimastabilität dieses Teils des Käfertaler Waldes zu verbessern und zu fördern“, betonte Geschäftsführerin Nicole Büsing von LA Plus. Gegenwärtig sei der Kollekturwald mit seinen ausgedehnten Kieferbeständen aufgrund der klimatischen Veränderungen stark gefährdet. Zusätzlich verdränge die dort weit verbreitete Spätblühende Traubenkirsche durch ihr invasives Wachstum die heimischen Baumarten.

Waldaufwertung über acht Jahre

Um einen stabilen Wald zu schaffen, der erhebliche Mengen Kohlendioxid speichern und somit einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, wird der Kollekturwald über acht Jahre in mehreren Schritten ökologisch aufgewertet. Nach der schonenden Entfernung der Spätblühenden Traubenkirsche, möglicher weiterer Neophyten sowie bereits abgestorbener Bäume werden anschließend auf den freigewordenen „Kulturflächen“ standorttypische Baumarten wie die Traubeneiche, Hainbuche, Winterlinde und Sommerlinde sowie verschiedene Begleitbaumarten gepflanzt.

Schonender Umbau

Stephan Reff, zuständiger Projektleiter von LA Plus, stellte klar: „Unsere Eingriffe erfolgen dabei so schonend wie möglich. Der Naherholungswert des Kollekturwaldes soll bestmöglich erhalten bleiben“. Eine flächige Befahrung werde nicht stattfinden. „All unsere Maßnahmen dienen dem Erhalt dieses wertvollen Naturraumes. Während der Aufwertungsphase werden wir unser Möglichstes tun, um die Einwirkungen auf die Natur und die Erholungsfunktion so gering wie möglich zu halten“, betonte Büsing.

Hohe Akzeptanz

Die Resonanz der zahlreichen Spaziergänger und der Anwohner ist denn auch überwiegend positiv. „In meinen Gesprächen vor Ort zeigen sich die Waldbesucher sehr interessiert und verständnisvoll“, berichtet Frank Philipp, Abteilungsleiter Forst  bei der Stiftung Schönau. „Aufklärung und Kommunikation sind enorm wichtig. Häufig spürt man Vorurteile und Ängste, die schlichtweg aus mangelnder Information entstanden sind.“

Klimastabiler Laubmischwald

„Es entsteht ein gesunder, standorttypischer Wald, der Kohlendioxid bindet, für sauberes Grundwasser sorgt und für die Tier- und Pflanzenwelt überlebenswichtig ist“, bekräftigt Ingo Strugalla, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schönau. „Deshalb möchten wir den Kollekturwald ökologisch aufwerten und ihn so langfristig für die Menschen in Mannheim erhalten.“ Finanziert wird die Maßnahme unter anderem durch die Deutsche Bahn als ökologische Ausgleichsmaßnahme in Zusammenhang mit dem Neubau der Bahnstrecke Frankfurt – Mannheim.

 

Eine Infotafel vor Ort erläutert detailliert den Umbau
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